Diese Fragen sollten Gastfamilie und Wohnhelfer im Gespräch klären

Die Qual der Wahl – Entscheidung für einen Wohnhelfer oder eine Gastfamilie 

Passen Wohnhelfer und Gastfamilien nach der Matchingauswertung gut zusammen und haben sich gegenseitig in die engere Wahl gezogen und kontaktiert, gilt es, Details im persönlichen Gespräch zu klären.

Das Gespräch sollte dazu dienen, offen, ehrlich und möglichst detailliert, gegenseitige Vorstellungen und Erwartungen des Zusammenlebens zu besprechen. Dies mag je nach Persönlichkeit Unbehagen auslösen, ist aber dennoch dringend anzuraten.  Denn je genauer sich Gastfamilie und Wohnhelfer im Vorfeld austauschen, desto besser merken beide Seiten, ob die gegenseitigen Vorstellungen und Erwartungen zusammenpassen, desto leichter fällt die Entscheidung und desto höher sind die Erfolgschancen für eine glückliche Wohnpartnerschaft, von der beide Seiten profitieren.

Um ein solches Gespräch zu erleichtern, haben wir eine Checkliste erstellt, die als Grundlage dienen kann. Die Checkliste ist sicher nicht abschließend. Jedem Menschen sind andere Punkte wichtig.

Checkliste

Für Gastfamilien 

  • Wie sieht der Alltag der Familie aus?

    • Gehen die Kinder in Kita, Kindergarten oder Schule?
    • Wann sind Kinder und Eltern außer Haus, wann sind sie zu Hause?
    • Sind die Eltern berufstätig? Wenn ja: in welchem Umfang? Arbeit zu Hause oder außer Haus?
  • Wie lange soll der Wohnhelfer bei der Familie wohnen?

  • Welche Hilfeleistungen im Detail würde die Familie im Alltag entlasten?

Für Wohnhelfer

  • Wie sieht der Alltag des Wohnhelfers aus?

    • Wann hat er Schule, Uni oder sonstige feste Termine?
    • Wann ist er üblicherweise zu Hause? Wann ist er unterwegs?
    • Ist der Wohnhelfer häufig auch über Nacht weg?
  • Wie lange möchte der Wohnhelfer bei der Familie wohnen?

  • Welche Hilfeleistungen im Detail möchte der Wohnhelfer erbringen? Was fällt ihm leicht und macht sogar Spaß?

Auch hier sollten beide Seiten möglichst konkret werden. Denkbar sind z.B.

(natürlich nicht alles gleichzeitig)

  • Kind Mittwoch und Freitag morgens um 8 Uhr in den Kindergarten bringen
  • Kind Mittwoch und Freitag abends um 16.30 von dem Kindergarten abholen und bis Rückkehr der Eltern 18 Uhr mit Kind verbringen
  • Bei Dienstreisen 2 mal im Monat auch Abends und Nachts Kinderbetreuung sicherstellen
  • Nachhilfeunterricht 2 h pro Woche in Mathe
  • Rasenmähnen im Sommer einmal im Monat
  • Schneeschippen im Winter (bei Bedarf)
  • Blumen gießen, während die Familie im Urlaub ist
  • Abends mit dem Hund rausgehen
  • Jeden zweiten Sonntag für die Familie Abendessen kochen
  • Einmal pro Woche, vorzugsweise Samstag, ab 19 Uhr, wenn die Kinder im Bett sind, zu Hause sein, damit die Eltern gemeinsam ausgehen können

Für Gastfamilien 

  • Welche Hilfeleistungen müssen zu einer festen Zeit erbracht werden?

  • Welche Hilfeleistungen können zeitlich flexibel dann erbracht werden, wenn sie in den Alltag des Wohnhelfers passen?

  • Lässt sich der zeitliche Aufwand der benötigten Hilfeleistung beziffern? Pro Woche? Pro Monat?

  • Gibt es Zeiten, zu denen die Familie verstärkt Hilfeleistungen benötigt? Z.B. während der Schulferien? Welcher Umfang ist dann nötig?

  • Werden Zeiten, in denen der Wohnhelfer verstärkt Hilfe leistet ausgeglichen? Z.B. durch Zeiten, in denen keine Hilfe nötig ist? Oder durch ein Taschengeld?

  • Gibt es Zeiten, zu denen die Familie keine Hilfeleistungen benötigt? Z.B. wenn die Familie selbst im Urlaub ist?

  • Kann die Familie ihren Alltag darauf einstellen, wenn der Wohnhelfer zu bestimmten Zeiten keine Hilfeleistungen erbringt?

Für Wohnhelfer

  • Erlaubt es der Alltag des Wohnhelfers die Hilfeleistungen zu den benötigten Zeiten zu erbringen?

  • Wann möchte der Wohnhelfer die Hilfeleistungen, die er flexibel erbringen kann, erbringen?

  • Wie viele Stunden Hilfeleistung kann/will der Wohnhelfer maximal erbringen? Pro Woche? Pro Monat?

  • Gibt es Zeiträume (z.B.: Prüfungsphasen, Urlaube, Semesterferien), in denen der  Wohnhelfer keine Hilfeleistungen erbringen kann oder will?

  • Können diese Zeiten bereits jetzt benannt werden? Wenn nein: wann können diese Zeiträume benannt werden?

  • Wie soll die Reinigung geregelt sein? Gibt es eine Putzfrau? Wie oft kommt diese? Soll der Wohnhelfer für die Reinigung sorgen? Gibt es einen Putzplan?
  • Gibt es Absprachen dazu, wann die Familie, wann der Wohnhelfer das Badezimmer benutzen kann?
  • Soll/kann der Wohnhelfer auch an Urlauben der Familie teilnehmen? Z.B. wenn Unterstützung bei der Kinderbetreuung während des Urlaubs hilfreich wäre. Für einige Wohnhelfer ist das sicher ein Pluspunkt; für andere Wohnhelfer ein Minuspunkt.
  • Bei Teilnahme an Urlauben: wer zahlt die Kosten? Die Familie allein? Der Wohnhelfer anteilig? Hat der Wohnhelfer im Urlaub ein eigenes Zimmer? In welchem Umfang soll er im Urlaub unterstützen?
  • Gefallen dem Wohnhelfer die Möbel? Oder ist das ein Grund, warum er sich gegen die Gastfamilie entscheidet? Wenn die Gastfamilie das weiß, kann sie anbieten, das Zimmer unmöbliert zu überlassen oder neue Möbel zur Verfügung zu stellen. Die Investitionen dafür sind meistens nicht groß.
  • Möchte der Wohnhelfer in seinem Zimmer sonstige Veränderungen vornehmen, die nicht ohne Weiteres rückgängig gemacht werden können? z.B. eine Wand farbig streichen oder Regale an der Wand befestigen.
  • Bei Veränderungen des Zimmers, die der Gastfamilie etwas Bauchschmerzen bereiten, hat sich folgende Absprache bewährt: Bei Einzug des Wohnhelfers bleibt zunächst alles unverändert. Wenn das Zusammenleben gut klappt, darf der Wohnhelfer die Veränderungen vornehmen, zumindest wenn er nicht nur für ein paar Monate dort wohnen möchte.
  • Wir meinen, dass es nur natürlich ist, dass der Wohnhelfer in seinem neuen Zuhause auch Freunde mitbringen darf. Natürlich alles in Maßen. Wilde Partys gehören ebensowenig dazu wie die ständige Anwesenheit des Freundes.
  • Um sicherzugehen, können Wohnhelfer und Gastfamilien auch diesen Punkt und etwaige Details (z.B. darf der Freund auch übernachten) vorab klären

Erfolgsgeschichten

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