In vielen Familien ist es immer noch eine Selbstverständlichkeit, dass die Arbeiten im Haushalt und die Versorgung der Kinder den Müttern zugeschrieben wird. Selbst vermeintlich aufgeklärte Menschen argumentieren, dass es ja die Frau ist, welche die Kinder bekommt und ihr daher die natürliche Aufgabe zusteht, für die Kindererziehung in einem geregelten Haushalt zu sorgen. Sicher gibt es auch Frauen, die sich in dieser Rolle durchaus wohl fühlen und darin aufgehen. Wir haben zu diesem Punkt einige Gedanken zusammengetragen, die aufzeigen, warum es einer gleichberechtigten und langlebigen Partnerschaft zugute kommt, sich als Frau und Mutter in einer Arbeitswelt zu entfalten und weiterzuentwickeln

  1. Intensive Bindung zum Kind

    Geben Sie Ihrem Mann eine Chance, durch eine ausgewogene Aufgabenverteilung eine intensive Beziehung zu seinem Kind aufzunehmen und durch die gemeinsamen Erlebnisse um einen wichtigen emotionalen Aspekt seines Lebens bereichert zu werden. Nur wenn beide Eltern die Erziehung und den Umgang mit den Kindern gemeinsam gestalten, begegnen sich die Partner auf gleicher Augenhöhe, wenn es um Verantwortung und Erfolge geht.

  2. Interessant bleiben

    Unter uns Frauen – worüber möchten Sie sich mit Ihrem Mann unterhalten, worüber Ideen austauschen oder wertvoll diskutieren, wenn sich Ihr eigener Handlungsrahmen als Frau von vielschichtig auf ein- oder zweidimensional verringert? Viele berufstätige Frauen schätzen besonders, dass sie sich durch die Anerkennung im Arbeitsumfeld ihrem Partner daheim als ebenbürtige Partnerin empfinden.  

  3. Augenhöhe

    Für viele Ehen ist es eine Zerreißprobe: Die Frau, die den ganzen Tag mit Ihrem Kind in Babysprache oder mit anderen Müttern über ihre Kinder gesprochen hat trifft am Abend auf ihren Mann, der für Sie das Tor zur Außenwelt ist. Sie trifft auf jemandem, der 8 oder mehr Stunden seiner Arbeit nachging und nun der oft einzige soziale Kontakt ist, auf den Frau zurückgreifen kann. Am Ende des Tages beantwortet Ihr Partner ihr Aufmerksamkeitsdefizit mit Rückzug, da ihm die Rolle als einzige erwachsene Bezugsperson zu Recht über den Kopf wächst.

  4. Gegenseitiger Respekt und Verständnis

    Als berufstätige Partner können Sie die Gedanken und Gefühle des Partners eher nachvollziehen. Sie sind angehalten, sich gegenseitig zu respektieren und Verständnis für die unterschiedlichen Momente im Leben zu entwickeln. Durch dieses Gleichgewicht erwächst ein nie zuvor gekanntes starkes Gefühl, aufeinander zählen zu können.

  5. Unabhängigkeit

    Eine wirkliche ernstzunehmende und dauerhafte Partnerschaft kann nicht aus Abhängigkeitsverhältnissen heraus entstehen. Oft ist es nicht nur die Frau, die selbstbewusst und zufrieden wirkt, wenn sie einer täglichen Aufgabe außerhalb des eigenen Haushaltes nachgeht. Vergessen wir nicht, welchen Druck die Rolle als Alleinverdiener auf den Schultern des Familienvaters lastet. Ohne diesen Druck ist er weitaus unabhängiger in Bezug auf den eigenen Arbeitgeber.

  6. Weitsichtig handeln

    Schauen Sie ein paar Jahre in die Zukunft – was werden Sie als Frau und Mutter mit Ihrem Leben tun, wenn die Kinder einen Großteil des Tages in der Schule oder später gar außerhalb der elterlichen Wohnung einem eigenen Job nachgehen? Für viele Paare mag die Lösung nahe liegen, weitere Kinder zu bekommen – und um der Ehrlichkeit halber – oft stimmen die Männer ein, damit die Frau eine Aufgabe hat. Als Mutter mit Job beschränkt sich ihr Lebenszweck nicht nur darauf, für die Kinder zu sorgen. Sie fallen also in der Zukunft nicht in ein schwarzes Loch und müssen mit Ihrem Partner auf eine oft komplizierte Art und Weise Ihr Zusammenleben neu definieren.

  7. Kosten

    Natürlich ist uns bewusst, dass die Versorgung von Kindern mit Kosten verbunden ist. Oft sind Paare aber über den tatsächlichen anstieg der Fixkosten überrascht – nämlich dann wenn Haushaltshilfen, Urlaube oder der Restaurantbesuch wegfallen. Verdienen beide Partner Geld, kann die Unterstützung im Haushalt oder der Babysitter bezahlt und die gewonnene Zeit für eine wertvolle gemeinsame Unternehmung genutzt werden