Wir haben seit über 3 Jahren eine Mitbewohnerin (Anja) und hoffen, dass sie noch viele Jahre bei uns bleibt. Dieses Jahr ziehen wir um und auch in unserer neuen Wohnung haben wir ein Zimmer für Anja reserviert. Denn glücklicherweise gefällt es auch Anja bei uns so gut, dass sie weiterhin bei uns wohnen und uns mit den Kindern und im Haushalt unterstützen will.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Entstanden ist der Kontakt über 5 Ecken. Wir erwarteten gerade unser zweites Kind und da kam das Thema auf, wie wir unsere Jobs mit der Kinderbetreuung besser als beim ersten Kind unter einen Hut bekommen können. Ein Au Pair war ein Gedanke, aber irgendwie scheuten wir davor zurück. Von Freunden und Bekannten hatten wir schon zu viel Negatives gehört. Ein Arbeitskollege hat dann den Kontakt zu Anja hergestellt, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hatte und auf Wohnungssuche war.

Sympathie von Anfang an

Nach der Trennung kam Anja das Leben in einer Familie gerade recht, da sie nicht alleine wohnen wollte. Und für uns passte Anja auch, weil sie sich als selbständige Eventmanagerin ihre Arbeitszeiten frei einteilen und uns so auch bei der Kinderbetreuung unterstützen konnte. Außerdem sprang der Funke gleich über. Wir mochten uns einfach von Beginn an. Und so gaben wir der Sache eine Chance und Anja zog 2 Wochen nach dem ersten Kontakt bei uns ein. Das war das Beste, was wir hätten tun können. Denn meine Frau musste kurze Zeit später wegen Schwangerschaftsvergiftung 2 Wochen im Krankenhaus verbringen. Ich konnte so als selbständiger Steuerberater weiterarbeiten, unseren Sohn morgens in die Kita bringen und Anja holte ihn abends ab und wir trafen uns alle im Krankenhaus bei meiner Frau. Und Anja half die Zeit mit unserer Familie über ihren Liebeskummer hinweg.  

Weniger Geschwistereifersucht

Als unser zweiter Sohn dann auf der Welt war, leistete Anja einen großen Beitrag dazu, dass unser Großer auch weiterhin genug Aufmerksamkeit bekam und seinen Bruder so schnell ins Herz schließen konnte. Denn während ich kurz nach der Geburt wieder viel Zeit im Büro verbrachte und meine Frau viel mit unserem Jüngsten beschäftigt war, kümmerte sich Anja abends und am Wochenende liebevoll um Jakob, las ihm vor, spielte verstecken, Zug oder Disko. Wie wichtig diese Aufmerksamkeit für Jakob war, merkten wir erst, als Anja wegen einer beruflichen Veranstaltung zwei Wochen nicht bei uns war. Jakob war in dieser Zeit sehr quengelig und aggressiv.  

Entlastung im Alltag

Inzwischen haben wir drei Kinder und unser Alltag ist gut eingespielt. Unser Großer kommt dieses Jahr in die Schule, der Mittlere ist im Kindergarten und der Kleinste ist in der Kita. Meine Frau und ich arbeiten beide als selbständige Steuerberater und wir würden unseren Alltag zur Not auch ohne Anja hinbekommen. Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen wir froh sind, dass Anja uns unterstützt. Beispielweise wenn wir beide gleichzeitig mal länger arbeiten müssen oder berufliche Abendveranstaltungen haben oder wenn ein Kind krank ist. Und zwischendurch leisten wir uns den Luxus, auch mal Zeit ohne Kinder zu verbringen: bei einem gemeinsamen Kinoabend, einem Abend mit Freunden oder im SPA. Das würden wir ohne Anja sicher nicht in der Regelmäßigkeit machen. Anja tut deshalb nicht nur dem Familienleben, sondern auch unserer Beziehung gut.